Meine Frau, die Wechseljahre und ich - Kapitel 3




Eine Autofahrt kann ja recht entspannend und lustig sein …. wenn da nicht diese besonderen Umstände wären.


Aber von Anfang an.


Es ist Freitag morgens und wir sitzen entspannt beim Frühstück. Die Tagesplanung beschert uns, so wie fast jeden Freitag, einen Besuch auf dem Wochenmarkt in Korneuburg. Nach dem letzten Schluck Kaffee, rasch noch alles vom Tisch in den Kühlschrank bzw. Geschirrspüler richtig verteilt, und ab zur morgendlichen Sitzung, mit abschließender Dusche.


Es ist ein schöner Junitag. Das Autothermometer zeigt 18 Grad als wir aus der Garage fahren. Einmal links, dann rechts und die Fahrt nach Korneuburg beginnt. Mittlerweile hat das Thermometer bereits die Außentemperatur erreicht und zeigt 22 Grad. Ich glaube, es ist bei der dritten Ampel, als ich meine Sitznachbarin sagen höre: „Kannst du bitte die Klimaanlage abschalten, da zieht´s“. Folgsam drehe ich die Temperatur etwas höher, die Klimafunktion bleibt.


„Passt‘s so, mein Schatz?“. Ein nicht ganz glückliches „Geht so“ beendet den Dialog, welcher noch vom Überwerfen des bunten Lieblingstuches über die linke Schulter begleitet ist. Die folgenden Minuten verbringen wir mit dem Erstellen des Wochenmenüplanes und der dafür notwendigen Produkte vom Wochenmarkt. Dann ist sie plötzlich da – die Ampel, die an der zweispurigen Kreuzung auf Rot schaltet. Neben uns ein Lieferwagen, dessen Fahrer einen Arm aus dem Fenster hält und seinen Blick in unseren Wagen wirft.


An sich nichts Besonderes. Wenn nicht meine Frau, wie von der Tarantel gestochen, plötzlich ihr Shirt über ihre Brüste bis zum Kinn hochreißt und dort angekommen nur wie wild wachelt. Ein undefinierbares Geräusch machen begleitet dieses Tun. Die Brüste waren übrigens eingepackt. Was den noch immer und jetzt mit offenem Mund in unseren Wagen starrenden Fahrer rechts neben uns, möglichweise gestört hat. Sein darauffolgendes, schälmisches Grinsen wurde durch ein Hupkonzert hinter uns unterbrochen, da auch ich, ob der Aktion, verpasst habe, dass es mittlerweile längst wieder grün war. Wir schaffen es gerade noch bei grün über die Kreuzung und setzen unseren Weg lachend und wachelnd fort.


Am Markt angekommen machten wir unsere übliche Runde. Erdäpfel und Zwiebeln von der Bäuerin A, Radieschen, Eier, Lauch, Zucchini und Salat von dem Bauernehepaar B und dann weiter zum Händler für frisches Obst. Dann führt uns der Weg noch zu unserem Fleischer des Vertrauens, wo wir meistens leckeren, frischen Fisch für das sonntägige Mahl besorgen. Das dabei auch frische Leberknödel, eine Presswurst oder ähnliches den Weg in den Einkaufskorb findet versteht sich für mich von selbst. Mann darf ja nicht verhungern und wenn ER nicht mehr jagen kann, muss er doch schauen wie er zu seiner Portion Frischfleisch kommt. Das sieht sogar meine Frau ein und quittiert es mittlerweile mit einem Lächeln.


Wir verstauen anschließend alles in das Auto, um den Freitag Vormittag noch bei einem gepflegten Frühstück im Freien, am Marktplatz, ausklingen zu lassen.

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